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symphonic.dream
Vom Träumen und Erwachen

Wie in Dunkelheit versunken,
schläft er tief im Traum versunken,
im Odem tiefer Nächte Schlund.
Kalter Hauch in nächtlich' Stille,
folgend kalten Windes Wille,
aus der Lilliths sinnlich' Mund.

Unberührt, wie frisch geboren,
unverführt, ganz unvergoren,
wie neu auf diesem Erdenrund,
höret nicht der Menschen Klage,
siehet nicht die bitt're Lage,
niemand tut ihm Schrecken kund.

Doch Unschuld währt nicht ewiglich,
bald wird er weinen fürchterlich,
wenn Einsamkeit sein Herz empfängt,
ihn wegreißt von der Phantasie,
vom Glücke, dass er hatte nie,
wenn die Sünd' sein Haupt versengt
und ihn führt in finst're Stille,
wo nichts währet außer ihm
und der alten Götter Wille.

Dann, ja dann, wird ihm erklärt,
was die Zukunft ihm verwehrt
und führet ihn zum eig'nen Grab.
Und niemand hat ihn je gelehrt,
welch' Unheil ihm hier wiederfährt,
da ist kein Stecken und kein Stab,
der ihn hier beim Stehen hält
oder ihm als Stütze dient,
auf dieser eisig-kalten Welt.