Gratis bloggen bei
myblog.de

symphonic.dream
Die Ballade von Alicia Lay

Einst in einer kleinen Stadt,
Bauern und Bürger lebten dort,
da fand ein seltsam' Schauspiel statt,
wurd' erzählt im ganzen Ort.

Die Geschicht' von Abigail,
ein Mädchen, war gerade acht,
war besessen, dacht' man, weil
sie selber sich dafür eracht'.

Abigail, ein gutes Kind,
immer brav und immer lieb,
wer zweifelt denn schon an dem Sinn,
von dessen, was sie von sich gibt.

Abigail, sie war verhext,
verflucht von unbekannter Macht,
zwei and're Kinder, neun und sechs,
hab'n sich das Gleiche so erdacht.

Drei Mädchen in des Teufels Bann,
wer treibt hier nur sein böses Spiel?
Auf kirchlich' Schulter eine Schand',
man hat ein ungutes Gefühl.

Wer ist's, wer ist das Hexenweib?
Wer ist denn des Teufels Frau?
Ist's gar eines Mannes Zeitvertreib,
oder kindlicher Klamauk?

Bauern und Bürger sind sich eins,
einer ist's, das ist wohl klar,
doch dann eines der Mädchen meint,
zu wissen, wer die Hexe war.

Die Hexe stirbt, der Spuk hört auf,
dacht man sich so simpel nun,
doch einer and'ren guten Frau,
das Kind verichtet seltsam' Tun.

Ist's denn immer noch im Gange,
ist der Dämon noch nicht tot?
Und so dauert es nicht lange,
bis man mit dem Galgen droht.

Viele Damen standen nun,
vor des Vollstreckers hohem Thron.
Verjagt das grausig' Hexentum!
Was braucht man diese Hexen schon?

Errichtet wurde ein Schaffot,
am Galgen hing ein starker Strick.
Die Erste war nun auch schon tot,
die Zweite hatte auch kein Glück.

Ganz vorne stand junges Weib,
sah sich alles schweigend an,
ihr Name war Alicia Lay,
fragt, wie man sowas machen kann.

Bald waren es schon Hunderte,
die starben an dem Galgen.
Und niemand, der sich wunderte,
aus Angst verblieben sie beim Schweigen.

Alicia war das nicht geheuer,
sagte das auch öffentlich,
und sie bezahlte dafür teuer,
für keinen mehr verwunderlich.

Am Tag darauf, man ahnt es gleich,
richtet' man das arme Kind,
vor aller Augen, ob arm, ob reich,
schaukelt Alicia sanft im Wind.

Das war's wohl mit Alicia Lay,
und in der ganzen, kleinen Stadt,
gab's fortan nun keine Zauberei,
das Richtige man scheinbar tat.

Doch was vorher nur Gespinst,
wird zu fester Wahrheit nun,
aus dem Grab, das junge Kind,
steigt auf, was soll man denn noch tun?

Und der Reihe nach, der Tod sie holt,
Abigail, Elisabeth,
Auch Klein- Ann wird nicht verschont.
Sie stirbt des nachts in ihrem Bett.

Alle, die einst schuldigten,
alle Kinder, die gelogen,
die dem falsch' Glauben huldigten,
und andere betrogen.

Fort.

Und auf dem Kirchenplatze da,
erschien' der Geist Alicia Lay's.
Die die einzig' Hexe war,
die wahrlich betrieb Zauberei.

Die restlichen Bürger wussten,
wussten was sie getan,
wuschen ihre Seelen rein, wussten
dass sie dennoch Mörder war'n

Und weder Abigail, noch Ann,
noch Elisabeth sagten je die Wahrheit,
und im Volke hoffte man,
dass sie in der Hölle schmor'n für alle Zeit.

Doch all die, die man für Hexen hielt,
erstanden nicht aus ihrem Grab,
der Tod sie bei sich behielt,
für keine es eine Zukunft gab.

Nur eine treibt noch ihren Scherz,
an Türen und Fenstern klack, klack, klack,
und niemand macht 'nen großen Terz,
um Geist Alicia's Schabernack.